Schnelle Fakten
Ein Umzug nach Frankreich bringt drei unvermeidliche Initiationsriten mit sich: die Eröffnung eines Bankkontos, die Wohnungssuche und den oft frustrierenden Kampf um einen Internetanschluss. Wenn Sie dies lesen, möchten Sie sich wahrscheinlich die Kopfschmerzen ersparen und einfach nur wissen, welche Box Sie in die Wand stecken sollen.
Die gute Nachricht zuerst: Seit Ende 2025 verfügt Frankreich über eine beeindruckende Glasfaserabdeckung von 93,5 % im gesamten Staatsgebiet. Die Zeiten, in denen man sich auf dem Land mit langsamem ADSL herumschlagen musste, liegen weitgehend hinter uns. Die schlechte Nachricht? Die Preismodelle haben sich geändert. Die meisten Anbieter nutzen mittlerweile aggressive Lockangebote für das erste Jahr, deren Preise nach 12 Monaten drastisch ansteigen.
Ganz gleich, ob Sie Ihr Smart Home mit Geräten von Philips Frankreich ausstatten oder einfach nur zuverlässiges WLAN für das Homeoffice benötigen wir haben die aktuellen Angebote analysiert, um Ihnen bei der Wahl des richtigen Anbieters zu helfen.

Die französische Internetlandschaft: Was Sie wissen müssen
Anders als in Ländern wie Deutschland, in denen man oft seinen eigenen Router kauft, ist in Frankreich die „Box“ das Maß aller Dinge. Es handelt sich um ein herstellereigenes Hardware Gerät, das Internet, Fernsehen und Festnetztelefonie vereint. Während die Technologie weitgehend einheitlich ist (fast überall Glasfaser/Fibre), variiert die Servicequalität stark.
Tipp der Redaktion: Prüfen Sie immer, ob der Preis „Sans Engagement“ (ohne Mindestlaufzeit) oder mit „Engagement 12 mois“ (12 Monate Vertragsbindung) gilt. Eine vorzeitige Vertragsauflösung kann in Frankreich berüchtigt teuer sein.
Die Top 5 Internetanbieter in Frankreich im Test
1. Orange: Die Premium Wahl
Orange (ehemals France Télécom) ist der etablierte Marktführer. Die Tarife sind in der Regel teurer, aber Sie zahlen für die Stabilität des Netzwerks und einen Kundensupport, der etwas einfacher zu handhaben ist als bei der Konkurrenz.
Die Realität 2025: Orange hat mit der Livebox Max Fibre technologische Maßstäbe gesetzt. Sie unterstützt den neuen WiFi 7 Standard und bietet symmetrische Geschwindigkeiten von bis zu 8 Gbit/s. Premium Leistung hat jedoch ihren Preis.
- Das Angebot: 47,99 €/Monat im ersten Jahr, danach 57,99 €/Monat.
- Die Extras: Inklusive Livebox 7, bis zu 3 WLAN Repeater und einer 20 GB Airbox (mobiles WLAN), damit Sie auch bei einem Leitungsausfall online bleiben.
- Fazit: Wählen Sie Orange, wenn Sie absolute Zuverlässigkeit benötigen und bereit sind, dafür über 50 € im Monat auszugeben.

2. Bouygues Telecom: Die physische Präsenz
Bouygues Telecom besetzt die goldene Mitte zwischen den Premium Preisen von Orange und den aggressiven Discount Taktiken anderer Anbieter. Ihr größter Vorteil? Sie verfügen über rund 500 Ladengeschäfte in ganz Frankreich. Wenn Sie Schwierigkeiten mit dem telefonischen Support auf Französisch haben, ist es unbezahlbar, einfach in einen Laden gehen und auf das Problem zeigen zu können.
Mobile Synergie: Während die Haupt-5G Tarife teuer sein können (ca. 31,99 €–36,99 €/Monat), entscheiden sich preisbewusste Einheimische oft für die Digitalmarke B&YOU. Dort bekommt man oft einen 200 GB 5G Plan für rund 9,99 €/Monat deutlich günstiger als die Standardverträge.

3. SFR: Der Preis Leistungs-Disruptor
SFR agiert oft als aggressiver Discounter, aber ihre aktuelle Strategie setzt auf maximale Leistung und Preisstabilität. Wenn Sie gerade ein großes Haus einrichten und in Online Möbelgeschäften in Frankreich stöbern, benötigen Sie eine Bandbreite, die jeden Raum erreicht.
Warum SFR einen Blick wert ist: Das Fibre Premium Angebot ist derzeit eines der wenigen „ehrlichen“ Preismodelle auf dem Markt. Anstatt eines niedrigen Lockvogeltarifs, der sich nach einem Jahr verdoppelt, bieten sie einen Festpreis an.
- Das Angebot: 44,99 €/Monat (Festpreis, keine Erhöhung nach 12 Monaten).
- Die Geschwindigkeit: Beeindruckende 8 Gbit/s Download und 8 Gbit/s Upload dank XGS PON-Technologie.
- Der Haken: SFR schneidet in Kundenzufriedenheitsumfragen oft schlechter ab als Orange. Man tauscht hier Service gegen rohe Geschwindigkeit.

4. Nordnet: Die Rettung für den ländlichen Raum
Nordnet ist eine Tochtergesellschaft von Orange, die darauf spezialisiert ist, entlegene Gebiete anzubinden. Wenn Sie in einer abgelegenen Region leben, in der die traditionelle Glasfaser noch nicht ganz angekommen ist, ist Nordnet oft die erste Wahl.
Sie haben ihr Satellitenangebot (Neosat) erheblich verbessert. Vergessen Sie die alten 100-Mbit/s Drosselungen; die neuen „Ultra“-Tarife können Geschwindigkeiten von bis zu 200 Mbit/s erreichen. Für diejenigen, die Glasfaser bekommen können, bietet der „Vital+“-Tarif 1 Gbit/s ab 29,90 €/Monat für die ersten 6 Monate (danach 34,90 €/Monat).
5. Coriolis: Die Budget Alternative
Coriolis hat seit der Übernahme durch Altice (die Muttergesellschaft von SFR) große Veränderungen durchgemacht. Seit 2025 vermarkten sie keine eigenen unabhängigen Glasfaserboxen mehr, sondern vertreiben SFR gebrandete Hardware (Starter, Power und Premium Boxen).
Dennoch bleiben sie eine kluge Option für Schnäppchenjäger, vor allem wegen ihres Empfehlungsprogramms. Die Aktion „1 Empfehlung = 1 Monat gratis“ ist weiterhin aktiv. Wenn Sie Student sind oder ein begrenztes Budget haben, kann die gegenseitige Empfehlung im Freundeskreis die jährlichen Kosten spürbar senken.

Abschließendes Urteil: Welchen Anbieter sollten Sie wählen?
Die Wahl des Internetanbieters ist nur ein Teil des Puzzles, wenn man sich in Frankreich einlebt ähnlich wie das Zurechtfinden im französischen Online Apotheken-System.
- Für maximale Sorgenfreiheit: Wählen Sie Orange. Es ist teuer, aber es funktioniert zuverlässig.
- Für Power User/Gamer: Wählen Sie SFR Premium. 8 Gbit/s symmetrische Geschwindigkeit zum Festpreis sind unschlagbar.
- Für persönlichen Support: Wählen Sie Bouygues, wenn Sie Wert auf die Sicherheit physischer Filialen legen.